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Nachhaltigkeitsbericht

Unser Modelabel Kollateralschaden wurde 2010 als Pahl-Werhahn GbR gegründet und hat ihren Sitz in der Bürknerstr. 11 in Berlin-Neukölln.
In unserem Atelier in der Schudomastr. 42 in Berlin-Neukölln schneiden, bedrucken und nähen wir alle Teile selbst.


Warum sind wir nicht GOTS-zertifiziert?

In unserem Atelier nähen wir nicht nur Modelle für Kollateralschaden sondern auch TingDing, das zweite Label unseres Gründers Philippe Werhahn. Für TingDing verarbeiten wir Altkleider zu Upcycling-Mode. Die Altkleider bestehen teilweise aus konventionell hergestellten Materialien, deshalb können wir kein GOTS-Zertifikat erhalten. Abgesehen von TingDing steht einer Zertifizierung nichts im Weg.

Unser CO2-Ausstoß 2016

Unser CO2-Ausstoß 2016 betrug für alle Prozesse in Deutschland laut https://co2.myclimate.org 6t. Vieles lässt sich dort allerdings nicht berücksichtigen. Dass unser Essen und Trinken bio-fair ist, lässt sich beispielsweise nicht eingeben. So gern wir unseren CO2-Ausstoß weiter reduzieren möchten, gehen uns langsam die Ideen aus, was wir noch tun können. An ein paar Lösungen arbeiten wir, wie unsere Ziele für 2017 und Folgejahre zeigen.
Daten zum CO2-Ausstoß in der Herstellung unserer Stoffe liegen uns nicht vor, wir wollen aber 2017-2018 herausfinden, ob über GOTS eine solche Bilanz machbar ist.

Bereits erreichte Ziele

2010

  • Siebdruckfarbe auf Wasserbasis
  • flexible Arbeitszeiten für Mitarbeiter*innen mit Kindern

2012

  • Umstieg auf ausschließlich GOTS-zertifizierte Stoffe

2013

  • Entwicklung von Accessoires, die Reststücke vom Zuschnitt verwerten

2014

  • wiederverwendete Versandbeutel: Wir haben einen öko-fairen Modeladen gefunden, der uns die Plastiktüten schenkt, in denen er seine Ware bekommt und die er sonst wegwerfen würde. Darin verschicken wir Bestellungen. Diese Plastiktüten bestehen übrigens bereits aus 100% recyceltem Kunststoff.
  • Reparatur-Service: Wir bieten an, die Bündchen auszutauschen, wenn sie ausgeleiert oder aufgerieben sind. So verlängern wir die Lebensdauer unsere Modelle um mindestens 5 Jahre selbst bei heftigstem Gebrauch. Wir geben 2 Jahre Garantie auf die Nähte, d.h. bis da reparieren wir kostenlos. Danach reparieren wir weiter gegen Gebühr Löcher, offene Nähte, Flecken, ausgeblichene Stoffe etc. bzw. beraten unsere Kund*innen darin, wie sie es selbst reparieren können.
    Rücknahme: Ausrangierte Modelle nehmen wir zurück und verarbeiten sie im zweiten Label unseres Gründers Philippe Werhahn – TingDing – zu Upcycling-Mode.

2015

  • Umstieg auf DHL GoGreen zum Versand von Bestellungen
  • Transport des Zuschnitts zum Näh-Atelier: Die Stückzahlen wurden zu groß zum Transport mit den Öffentlichen, seitdem transportieren wir unseren Zuschnitt mit einem E-Roller über Car-Sharing.
    Entwicklung von Hose und Leggings, um gezielt Reststücke vom Zuschnitt zu verwerten
  • Recycling der leeren Kanister vom destillierten Wasser zu einem Aufbewahrungssystem im Nähatelier
    Erste Festanstellung einer bis dahin Freelance-Näherin

2016

  • Umstieg auf ausschließlich Garn von Kupfer (Made in Germany, Öko-Tex 100)
  • Umstieg auf Strom und Gas von Naturstrom
  • Entwicklung neuer Accessoires, um gezielt Reststücke vom Zuschnitt zu verwerten
  • Überarbeitung des Ärmelschnitts im T-Shirt-Kleid, um 8cm Stoff pro Teil zu sparen
  • 2 weitere Festanstellungen für Freelancer

noch offene Ziele

2017-2018

  • CO2-Ausstoß für 2017 genauer ermitteln, kompensieren und jährlich weiter so verfahren
  • Wir wollen herausfinden, ob wir mit Hilfe von GOTS feststellen können, welcher CO2-Ausstoß bei der Herstellung unserer Stoffe entstanden ist.
  • 1-2 weitere Festanstellungen statt Freelancer
  • Sobald unsere Vorräte an Glühbirnen erschöpft sind, verwenden wir zur Beleuchtung des Ladens nur noch energiesparende LED, im Atelier benötigen wir Tageslicht-Leuchtstoffröhren (Energieeffizienzklasse A).
  • Fertigung einer Unikat-Kollektion, um Reststoffe aus eigenem Bestand und dem Bestand unseres Stoffhändlers Lebenskleidung zu verbrauchen
  • Wir suchen ein Destilliergerät zur Reduktion des Mülls durch Kanister für destilliertes Wasser zum Bügeln. Allerdings haben wir noch keine Möglichkeit gefunden, den Kalk ausreichend UND umweltfreundlich aus dem Wasser zu lösen. Ein zu geringes Bereinigen würde bedeuten, dass die Bügelanlage bald kaputt ist, was einen stärkeren Fußabdruck hätte. Bis wir eine Lösung gefunden haben, machen wir aus den leeren Kanistern Boxen für Garn, Kurzwaren, Flyer, Gewürze, etc.

2019-....

  • Wir suchen ein Nähgarn, dass GOTS-zertifiziert ist UND für unsere Industrienäher geeignet ist – bisher vergeblich.
  • Der Gummi in unseren Röcken, Hosen und Leggings ist konventionell hergestellt. Bisher haben wir nur Gummi mit Biobaumwoll-Anteil gefunden, die nicht zu den Anforderungen dieser Modelle passen. Wir suchen weiter.
  • Wir suchen einen Abnehmer für unsere Stoffreste, die zu klein für unsere Accessoires sind und die Stoff- und Garnreste, die beim Nähen entstehen. Solche Reste können zu Dämmmaterial verarbeitet werden, für deren Hersteller sind unsere Mengen allerdings zu klein. Außerdem wäre es toll, wenn unsere GOTS-zertifizierten Stoffreste sortenrein zu Bio-Dämmstoff verarbeitet würden. Wenn sich genügend Ateliers zusammen schließen, die nur GOTS-zertifizierte Stoffe verarbeiten, könnte das irgendwann klappen.
  • Gute Konditionen für Firmentickets für die Öffentlichen gibt es nur für größere Firmen, vorher geht es Mitarbeiter*innen als geldwerte Sachleistung wieder vom Gehalt ab, ist also Quatsch. Wenn wir eine ausreichende Anzahl Mitarbeiter*innen erreicht haben, bekommt jede* ein Firmenticket.

Geschäftsprozesse im Einzelnen

möglichst lokal - Schritte unserer textilen Kette

  • Baumwoll-Anbau und Spinnerei auf engstem Raum in Izmir in der Türkei – gemäß GOTS
  • Stricken und Färben in der gleichen Fabrik in Portugal – gemäß GOTS
  • Transport zwischen Izmir, Portugal und Berlin gemäß GOTS (Die Auswahl an Strickereien/Färbereien, die unsere kleinen Mengen bearbeiten, ist mikroskopisch. Deshalb ist zwischen Anbau/Spinnen und Stricken/Färben leider ein Transport nötig.)
  • Zuschnitt, Druck, Nähen in Berlin-Neukölln
  • Transport zwischen Atelier und Laden mit einem E-Roller über Car-Sharing

bio-fair

  • nur GOTS-zertifizierte Stoffe
  • Garn von Kupfer (Made in Germany, Öko-Tex 100-zertifiziert) – wir suchen noch nach GOTS-zertifiziertem Garn, das mit unseren Industrienähern kompatibel ist
  • Siebdruckfarbe auf Wasserbasis
  • Essen und Trinken für Mitarbeiter*innen, sowie Putzmittel von der BioCompany
  • Büromaterial von Memo
  • Konto bei der GLS

Rohstoffe sparen

  • Wir arbeiten nicht saisonal und auf Anfrage, deshalb entstehen keine Restposten und wir müssen selten neue Werbemittel drucken.
  • Stoffreste vom Zuschnitt heben wir auf und verarbeiten sie zu Accessoires.
  • Wir trennen selbstverständlich unseren Müll und kaufen Getränke in Mehrwegflaschen.
  • Wir verwenden ein Kassensystem, das keine Belege ausdrucken muss.
  • Wir fragen nach, ob unsere Kund*innen eine (Papier-) Tüte brauchen.
  • Einseitig beschriebenes Papier wird zu Schmierzetteln zerschnitten.
  • Wir bieten einen umfassenden Service zu unserer Mode an: Wir reparieren und tauschen "zerliebte" Bündchen aus. Ausrangierte Modelle nehmen wir zurück und verarbeiten sie im zweiten Label unseres Gründers Philippe Werhahn – TingDing – zu Upcycling-Mode.
  • Unseren Kund*innen empfehlen wir, verblichene Teil neu zu färben, anstatt sie zu entsorgen. Wir freuen uns darauf, die brandneuen Bio-Färbefarben von Weja zu testen, um unseren Kund*innen dazu raten zu können.
  • In unsere Waschanleitung empfehlen wir die Wäsche bei 30°C, Lufttrocknen und kein Bügeln.

Ausstattung von Laden und Ateliers

  • 2 von 4 Nähmaschinen und die Bügelanlage sind gebraucht.
  • Tower-Computer, Monitor, Tastatur und Maus sind gebraucht. Veraltete Komponenten des Towers tauschen wir aus, anstatt einen neuen Rechner zu kaufen.
  • Bis auf das Hängesystem im Lager sind alle Möbel in Laden und Ateliers gebraucht. Das Hängesystem ist modular und kann im nächsten Atelier wieder verwendet werden, egal wie es geschnitten ist.
  • Alle Schaufensterpuppen und Lampen, sowie 3 von 6 Spiegeln sind gebraucht.
  • Unser Messesystem ist modular und robust und wird uns jahrzehntelang begleiten.

Verpackung & Versand an unsere Kund*innen

  • Versand mit DHL GoGreen
  • Wir heben alte Kartons auf und versenden darin größere Bestellungen. Für kleine Bestellungen verwenden wir eine Papiertüte aus Recyclingpapier.
  • Wenn notwendig, verwenden wir zum Schutz eine Plastiktüte aus 100% recyceltem Kunststoff. Wir schenken ihr ein weiteres Leben, denn wir bekommen sie von einem befreundeten öko-fairen Modeladen, der darin seine Ware geliefert bekommt.
  • Papier-Tape von Memo
  • Flyer aus Recyclingpapier

Energie & Wärme

  • Strom und Gas von Naturstrom
  • Nachts schließen wir unsere Rollos, um die Wärme zu halten.
  • Zur Beleuchtung des Ladens verwenden wir energiesparende LED, im Atelier benötigen wir Tageslicht-Leuchtstoffröhren (Energieeffizienzklasse A).

Netzwerk & Multiplikator

  • Um Interessierte und insbesondere Mode-Studierende für das Thema öko-faire Mode und Ressourcenschonung zu sensibilisieren, sind wir Teil des Consortium of Green Fashion (Executive Member), der Green Fashion Tours Berlin (Besuch im Laden als Teil der Tour) und Nemona (Netzwerkmitglied). Unser Gründer Philippe Werhahn gibt außerdem jährlich einen Workshop zu Upcycling-Mode an der School of Fashion Technology (http://soft.ac.in) in Pune, Indien.

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